Was kostet die Partnersuche in der Schweiz?

Von der Premium-Mitgliedschaft bis zum ersten Date: Bei der Partnersuche entstehen mehr Kosten, als der beworbene Monatspreis vermuten lässt. Dieser Ratgeber zeigt, womit Schweizer Singles wirklich rechnen müssen und wie sich unnötige Ausgaben vermeiden lassen.

Was kostet die Liebe? Nichts. Die Suche nach dem richtigen Menschen kann trotzdem Geld kosten. Neben der Premium-Mitgliedschaft bei einer Partnerbörse kommen Ausgaben für die Anfahrt, einen Kaffee, gemeinsame Unternehmungen oder ein Abendessen hinzu.

Wer online einen Partner sucht, kann sich bei vielen Plattformen zunächst kostenlos anmelden. Sobald Sie jedoch Nachrichten uneingeschränkt lesen und schreiben, Fotos deutlich sehen oder einen Videoanruf starten möchten, benötigen Sie bei den meisten seriösen Partnerbörsen eine Premium-Mitgliedschaft. Hinzu kommen die Ausgaben für Kaffee, Restaurantbesuche, Ausflüge und andere persönliche Treffen.

Doch wie hoch sollte das Budget für die Partnersuche sein? Ist eine längere Mitgliedschaft wirklich günstiger? Welche Vertragsdetails können später teuer werden? Und wie lassen sich unnötige Ausgaben vermeiden?

Für diesen Ratgeber habe ich die im 11/2026 angezeigten Preise von sieben Schweizer Dating-Anbietern ausgewertet, die ich persönlich getestet habe: Parship, eDarling, be2, Academic Singles, Zusammen, 60plusTreff und C-Date. Zusätzlich berücksichtige ich typische Ausgaben für persönliche Treffen sowie wichtige Hinweise zum Schweizer Konsumentenrecht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die kostenlose Anmeldung reicht bei vielen Partnerbörsen aus, um Profile, Bedienung und regionale Kontaktvorschläge zu prüfen.
  • Die vollständige Kommunikation ist meist Premium-Mitgliedern vorbehalten.
  • In meiner Stichprobe lagen die ausgewiesenen Monatspreise über alle verfügbaren Laufzeiten hinweg zwischen CHF 59.90 und CHF 129.90.
  • Die Gesamtpreise der verfügbaren Sechsmonatstarife lagen zwischen CHF 479.40 und CHF 599.40.
  • Auch die Partnersuche ausserhalb des Internets verursacht Kosten, etwa für Veranstaltungen, Getränke, Fahrten und Taxis.
  • Online-Dating kann die Suche durch Filter und Matching-Verfahren zielgerichteter und zeitsparender gestalten, garantiert aber keine passenden Kontakte.
  • Ein niedriger Monatspreis bedeutet nicht automatisch niedrige Gesamtkosten.
  • Längere Laufzeiten senken häufig den rechnerischen Monatspreis, können wegen der längeren Vertragsbindung aber zu höheren Gesamtkosten führen.
  • Profil löschen und Premium-Mitgliedschaft kündigen sind zwei verschiedene Vorgänge.
  • In der Schweiz gibt es kein allgemeines gesetzliches Widerrufsrecht für Onlinekäufe.
  • Wer Kosten sparen möchte, sollte zunächst zwei oder drei geeignete Plattformen kostenlos vergleichen und erst danach bei einem Anbieter Premium buchen.

Was kostet Online-Dating in der Schweiz?

Die Anmeldung bei einer Partnerbörse ist in der Regel kostenlos. Basis-Mitglieder können meist ein Profil erstellen, Fotos hochladen, einen Persönlichkeitstest durchführen und erste Kontaktvorschläge ansehen. Für ein echtes Kennenlernen reichen diese Funktionen jedoch häufig nicht aus.

Wer persönliche Nachrichten vollständig lesen und beantworten, alle Fotos ansehen oder sämtliche Kontaktfunktionen nutzen möchte, benötigt normalerweise eine kostenpflichtige Mitgliedschaft.

In meiner Stichprobe lagen die ausgewiesenen Monatspreise zwischen CHF 59.90 und CHF 129.90. Diese Spanne umfasst allerdings Tarife mit unterschiedlichen Laufzeiten. Der günstigste rechnerische Monatspreis gehört meist zu einer langen Vertragsdauer, während kurze Mitgliedschaften monatlich deutlich teurer sein können.

Betrachtet man ausschliesslich die in meiner Stichprobe verfügbaren Sechsmonatstarife, lagen die Gesamtpreise zwischen CHF 479.40 und CHF 599.40.

Diese beiden Preisbereiche widersprechen sich nicht:

  • CHF 59.90 bis CHF 129.90 bezeichnet die ausgewiesenen Monatspreise verschiedener Tarife und Laufzeiten.
  • CHF 479.40 bis CHF 599.40 bezeichnet die Gesamtpreise der verfügbaren Sechsmonatstarife.

Die Werte bilden meine Stichprobe von sieben Anbietern zum angegebenen Prüfdatum ab. Sie sind keine allgemeine Preisstatistik für den gesamten Schweizer Datingmarkt. Preise, Rabatte und angebotene Laufzeiten können sich jederzeit ändern. Entscheidend ist deshalb immer der Gesamtpreis in der Bestellstrecke.

So habe ich die Kosten ermittelt

Ich habe nicht nur öffentlich beworbene Preise verglichen, sondern die jeweiligen Bestellstrecken der Anbieter geprüft. Dabei habe ich auf folgende Punkte geachtet:

  • angebotene Vertragslaufzeiten
  • ausgewiesener Preis pro Monat
  • Gesamtpreis der ersten Vertragslaufzeit
  • enthaltene Premium-Funktionen
  • Zahlungsweise und mögliche Raten
  • Kündigungsfrist
  • automatische Vertragsverlängerung
  • Preis und Dauer einer Verlängerung
  • mögliche Rabatte oder zeitlich begrenzte Sonderangebote

Das ist wichtig, weil der prominent angezeigte Monatspreis allein wenig über die tatsächlichen Kosten aussagt. Ein Angebot von CHF 59.90 pro Monat kann beispielsweise an eine Laufzeit von zwölf Monaten gebunden sein. Der Gesamtpreis beträgt dann CHF 718.80.

Ebenso bedeutet eine monatliche Abbuchung nicht automatisch, dass der Vertrag monatlich kündbar ist. Die Raten können lediglich die Zahlungsweise eines länger laufenden Abonnements darstellen.

Petra Frömsdorf
Dating-Expertin · Autorin · Gründerin
Bei der Buchung schaue ich zuerst auf den Gesamtpreis, danach auf Laufzeit, Verlängerung und Kündigungsfrist. Der Monatspreis ist für mich nur eine zusätzliche Vergleichsgrösse. Genau diese Reihenfolge verhindert die meisten unangenehmen Überraschungen.

Warum unterscheiden sich die Preise der Anbieter?

Partnerbörsen verlangen nicht nur für den Zugang zu einer Website Geld. Im Preis können sehr unterschiedliche Leistungen enthalten sein:

  • Persönlichkeitstest und Matching-Verfahren
  • individuelle Kontaktvorschläge
  • eigene Mitgliedersuche
  • unbegrenzte oder begrenzte Kommunikation
  • deutlich sichtbare Profilfotos
  • Video-Date
  • Profilprüfung und Sicherheitskontrollen
  • Kontaktgarantie
  • App und mobile Website
  • Kundenservice

Ein direkter Preisvergleich ist deshalb nur sinnvoll, wenn auch der Leistungsumfang ähnlich ist. Ein günstiger Tarif mit einem begrenzten Kommunikationskontingent kann für aktive Singles weniger attraktiv sein als ein etwas teureres Angebot mit unbegrenzten Nachrichten.

Auch die Zielgruppe beeinflusst den Preis. Klassische Partnervermittlungen mit Persönlichkeitstest und ernsthafter Beziehungsabsicht sind meist teurer als einfache Dating-Apps. Spezialisierte Plattformen für Singles ab 50 oder für Akademiker können wiederum eine kleinere, dafür klarer definierte Zielgruppe bieten.

Kostenmodelle bekannter Schweizer Partnerbörsen

Wer wissen möchte, welche Konditionen für einzelne Mitgliedschaften gelten, findet in meinen ausführlichen Tests weitere Informationen zu den Parship Kosten, eDarling Kosten, be2 Kosten und Academic Singles Kosten.

Für die Partnersuche in der zweiten Lebenshälfte habe ich ausserdem die Zusammen Kosten und 60plusTreff Kosten untersucht. Dort finden Sie neben den aktuellen Preisen auch Informationen zu Leistungen, Laufzeiten und Vertragsverlängerungen.

Die Anbieternamen allein sagen noch wenig über das beste Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Prüfen Sie vor allem, wie viele passende Mitglieder sich in Ihrer Region befinden und welche Funktionen im jeweiligen Tarif enthalten sind.

Was kostet Casual Dating?

Casual-Dating-Plattformen arbeiten teilweise mit anderen Preis- und Zugangsmodellen als klassische Partnervermittlungen. Häufig unterscheiden sich die Konditionen für Frauen und Männer. Auch Funktionen wie private Galerien, Kontaktfreigaben oder regionale Suchmöglichkeiten spielen eine grössere Rolle.

Die aktuell von mir geprüften Konditionen finden Sie im ausführlichen Beitrag zu den C-Date Kosten.

Was bekommt man für eine Premium-Mitgliedschaft?

Der genaue Leistungsumfang unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Typischerweise schaltet Premium folgende Funktionen frei:

  • persönliche Nachrichten vollständig lesen
  • unbegrenzt oder innerhalb eines Kontingents schreiben
  • Profilfotos deutlich ansehen
  • Besucher und erhaltene Likes erkennen
  • Favoriten speichern
  • erweiterte Suchfilter verwenden
  • Video-Dates führen
  • alle Matching-Ergebnisse ansehen

Eine kostenlose Mitgliedschaft ist dennoch sinnvoll. Sie zeigt, ob Ihnen die Bedienung gefällt, ob die vorgeschlagenen Profile zu Ihren Vorstellungen passen und ob in Ihrer Region genügend interessante Mitglieder aktiv sind.

Petra Frömsdorf
Dating-Expertin · Autorin · Gründerin
Bezahlen Sie nicht sofort nach der Registrierung. Füllen Sie zunächst Ihr Profil aus, laden Sie ein gutes Foto hoch und prüfen Sie Ihre Kontaktvorschläge. Erst wenn die Auswahl überzeugt, lohnt sich der Wechsel zu Premium.

Sind längere Premium-Mitgliedschaften günstiger?

Meist sinkt mit zunehmender Laufzeit der rechnerische Monatspreis. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Sie insgesamt weniger bezahlen.

Ein Zwölfmonatstarif kann beispielsweise pro Monat deutlich günstiger sein als ein Drei- oder Sechsmonatstarif. Da Sie sich aber für einen längeren Zeitraum verpflichten, ist der Gesamtpreis häufig höher.

Längere Laufzeiten senken somit häufig den rechnerischen Monatspreis, können wegen der längeren Vertragsbindung aber zu höheren Gesamtkosten führen.

Welche Laufzeit sinnvoll ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab:

  • Kurze Laufzeit: flexibel, aber häufig hoher Monatspreis
  • Sechs Monate: kann je nach persönlicher Situation ein sinnvoller Mittelweg zwischen ausreichend Zeit und überschaubarer Bindung sein
  • Zwölf Monate: niedrigerer Monatspreis, aber höherer Gesamtbetrag und längere Verpflichtung

Eine längere Mitgliedschaft kann sich lohnen, wenn Sie die Partnersuche entspannt angehen möchten. Wer bereits viele passende Kontakte in seiner Region sieht und regelmässig aktiv sein kann, kommt möglicherweise auch mit einer kürzeren Laufzeit aus.

Welche zusätzlichen Kosten entstehen bei der Partnersuche?

Mit dem Preis einer Premium-Mitgliedschaft ist das Budget für die Partnersuche noch nicht vollständig. Sobald persönliche Treffen stattfinden, kommen Ausgaben für Getränke, Restaurantbesuche, Anfahrt und gemeinsame Aktivitäten hinzu. Das erste Date muss jedoch weder teuer noch aufwendig sein. Für ein Kennenlernen eignet sich ein Café oft besser als ein langes Abendessen. Beide können nach einer Stunde entscheiden, ob sie das Gespräch verlängern möchten.

Treffen im Café

Die Kaffeepreisumfrage 2025 von CafetierSuisse nennt für einen Café crème einen durchschnittlichen Preis von CHF 4.65. Ein Cappuccino kostete in der Deutschschweiz durchschnittlich CHF 5.37.

Zwei Kaffees kosten damit ungefähr CHF 10. Mit Kuchen, einem kleinen Snack oder weiteren Getränken sind CHF 20 bis CHF 30 für ein Treffen realistisch. Je nach Stadt, Lage und Lokal können die Preise höher oder niedriger ausfallen.

Mittag- oder Abendessen

Nach Angaben von Schweiz Tourismus kosten Mittagsmenüs häufig CHF 25 bis CHF 30. Für eine Hauptspeise am Abend werden etwa CHF 20 bis CHF 50 genannt. Getränke kommen in der Regel hinzu.

Wer beim ersten Treffen auf das Budget achten möchte, kann ein Café, einen Spaziergang oder eine kurze gemeinsame Aktivität wählen. Entscheidend ist nicht der Preis des Dates, sondern ob genug Ruhe für ein gutes Gespräch bleibt.

Anfahrt, Veranstaltungen und gemeinsame Aktivitäten

Neben Speisen und Getränken können weitere Ausgaben entstehen. Dazu gehören Fahrkarten für den öffentlichen Verkehr, Benzin, Parkgebühren oder Taxikosten. Bei Konzerten, Tanzabenden, Ausstellungen und anderen Aktivitäten kommen möglicherweise Eintrittspreise hinzu.

Wer bezahlt beim ersten Date?

Dafür gibt es keine allgemeingültige Regel. Manche Menschen laden gerne ein, andere teilen die Rechnung. Wichtig ist, dass sich beide mit der Lösung wohlfühlen.

Wer Missverständnisse vermeiden möchte, kann beim Bezahlen unkompliziert fragen: „Sollen wir teilen?“ Eine Einladung sollte freiwillig sein und keine Erwartungen an ein weiteres Treffen erzeugen.

Online oder offline: Welche Partnersuche ist günstiger?

Auch die Partnersuche ausserhalb des Internets kann erhebliche Kosten verursachen. Dazu gehören beispielsweise Eintrittspreise für Single-Veranstaltungen, Tanzabende oder Konzerte, Getränke in Bars und Clubs sowie Fahrt- und Taxikosten. Wer solche Unternehmungen regelmässig besucht, kann über mehrere Monate ähnlich viel oder sogar mehr ausgeben als für eine Premium-Mitgliedschaft bei einer Partnerbörse.

Allerdings unterscheiden sich beide Wege nicht nur hinsichtlich der Kosten, sondern auch beim Zeitaufwand und bei den Möglichkeiten, passende Menschen kennenzulernen.

Ein Vorteil von Online-Partnerbörsen ist die gezieltere Vorauswahl. Je nach Plattform lassen sich potenzielle Kontakte nach Alter, Wohnort, Interessen und Beziehungswünschen eingrenzen. Klassische Online-Partnervermittlungen nutzen zusätzlich Persönlichkeitstests und Matching-Verfahren, um passende Mitglieder vorzuschlagen.

Bei einem Abend in einer Bar oder auf einer Veranstaltung bleibt dagegen häufig zunächst offen, ob die anwesenden Personen überhaupt alleinstehend sind, eine Partnerschaft suchen oder ähnliche Vorstellungen vom gemeinsamen Leben haben.

Online-Dating kann deshalb helfen, Zeit und unnötige Ausgaben zu sparen. Eine Garantie für passende Kontakte oder eine erfolgreiche Beziehung ist die digitale Vorauswahl allerdings nicht.

Umgekehrt bieten persönliche Veranstaltungen die Möglichkeit, andere Menschen unmittelbar kennenzulernen und bereits beim ersten Gespräch festzustellen, ob die Chemie stimmt. Zudem können solche Unternehmungen auch unabhängig von der Partnersuche Freude bereiten.

Ein reiner Preisvergleich greift deshalb zu kurz. Entscheidend ist nicht allein, wie viel die Partnersuche kostet, sondern auch, wie viel Zeit und Geld man investieren muss, um grundsätzlich passende Menschen kennenzulernen.

Was kostet die Partnersuche über sechs Monate?

Die folgenden Modellrechnungen zeigen, wie sich Online- und Offline-Ausgaben zusammensetzen können. Für eine bessere Vergleichbarkeit gelten in allen drei Varianten dieselben Grundannahmen:

  • Betrachtungszeitraum: sechs Monate
  • sechs einfache Treffen
  • kalkulierte Kosten pro einfachem Treffen: CHF 20 für zwei Getränke oder einen Kaffee mit einer kleinen Ergänzung

Variante 1: Kostenlose Online-Partnersuche und einfache Treffen

Sie verwenden ausschliesslich kostenlose Funktionen und verabreden sich innerhalb von sechs Monaten zu sechs einfachen Treffen.

  • Plattformkosten: CHF 0
  • sechs Treffen zu je CHF 20: CHF 120

Gesamtkosten für sechs Monate: rund CHF 120

Diese Variante ist günstig, setzt aber voraus, dass die kostenlosen Funktionen für eine Kontaktaufnahme ausreichen. Bei vielen klassischen Partnervermittlungen ist das nicht der Fall.

Variante 2: Premium-Mitgliedschaft und einfache Treffen

Sie schliessen eine sechsmonatige Premium-Mitgliedschaft ab und treffen sich ebenfalls sechsmal.

  • Premium-Mitgliedschaft: CHF 479.40 bis CHF 599.40
  • sechs Treffen zu je CHF 20: CHF 120

Gesamtkosten für sechs Monate: CHF 599.40 bis CHF 719.40

Variante 3: Premium-Mitgliedschaft und abwechslungsreiche Dates

Zusätzlich zur Premium-Mitgliedschaft und den sechs einfachen Treffen planen Sie drei aufwendigere Unternehmungen. Für den eigenen Anteil kalkuliere ich CHF 30 bis CHF 60 pro Aktivität.

  • Premium-Mitgliedschaft: CHF 479.40 bis CHF 599.40
  • sechs einfache Treffen: CHF 120
  • drei zusätzliche Unternehmungen: CHF 90 bis CHF 180

Gesamtkosten für sechs Monate: CHF 689.40 bis CHF 899.40

Die Beispiele veranschaulichen mögliche Ausgaben. Sie treffen keine Aussage darüber, welche Variante die besten Erfolgschancen bietet. Auch Fahrtkosten, Kinderbetreuung, Kleidung oder Übernachtungen sind nicht eingerechnet, da sie individuell sehr unterschiedlich ausfallen.

Was kostet Partnersuche ab 50?

Die Online-Kosten unterscheiden sich für Singles ab 50 nicht grundsätzlich von denen jüngerer Nutzer. Wichtiger ist, ob die Mitgliederstruktur zur eigenen Lebensphase passt.

Spezialisierte Plattformen können den Vorteil haben, dass sich dort gezielt Menschen mit ähnlichen Erfahrungen und Beziehungswünschen anmelden. Eine kleinere Zielgruppe kann regional aber auch zu weniger Kontaktvorschlägen führen.

Deshalb empfehle ich Singles ab 50, sich vor einer Buchung bei zwei oder drei passenden Anbietern kostenlos anzumelden. Vergleichen Sie nicht nur die Preise, sondern vor allem:

  • Anzahl passender Kontaktvorschläge
  • Entfernung der vorgeschlagenen Mitglieder
  • Qualität und Vollständigkeit der Profile
  • Altersstruktur
  • Beziehungsabsichten
  • Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme

Eine günstige Mitgliedschaft bringt wenig, wenn kaum passende Menschen in erreichbarer Nähe aktiv sind. Umgekehrt kann ein etwas höherer Preis sinnvoll sein, wenn die Plattform genau Ihre Zielgruppe erreicht.

Versteckte Kosten und Vertragsfallen

Die grössten finanziellen Überraschungen entstehen häufig nicht durch den ersten Preis, sondern durch Vertragsdetails.

Monatspreis und Gesamtpreis

Vergleichen Sie immer den Gesamtpreis der ersten Laufzeit. Ein grosser, günstig wirkender Monatspreis kann an einen langen Vertrag gebunden sein.

Prüfen Sie vor dem Abschluss:

  • Wie lange läuft der Vertrag?
  • Wie hoch ist der Gesamtpreis?
  • Wird der Betrag sofort oder in Raten abgebucht?
  • Welche Leistungen sind enthalten?
  • Gibt es ein Nachrichten- oder Kontaktkontingent?

Automatische Vertragsverlängerung

Viele Premium-Mitgliedschaften verlängern sich automatisch, wenn sie nicht rechtzeitig gekündigt werden. Dabei können sich sowohl die Dauer als auch der Preis ändern.

Achten Sie deshalb auf:

  • Kündigungsfrist der ersten Laufzeit
  • Dauer der Verlängerung
  • Preis der Verlängerung
  • Kündigungsfrist nach der Verlängerung

Diese Angaben finden Sie normalerweise in der Bestellstrecke, den AGB und Ihrer Bestellbestätigung.

Petra Frömsdorf
Dating-Expertin · Autorin · Gründerin
Speichern Sie die Bestellbestätigung und setzen Sie sofort nach der Buchung eine Kalendererinnerung. Wählen Sie den Termin so, dass noch genügend Zeit für die Kündigung bleibt.

Profil löschen ist nicht dasselbe wie kündigen

Bei vielen Anbietern beendet das Löschen des Profils die kostenpflichtige Mitgliedschaft nicht. Der Vertrag kann weiterlaufen, obwohl Ihr Profil nicht mehr sichtbar ist.

Kündigen Sie deshalb zuerst die Premium-Mitgliedschaft und löschen Sie anschliessend das Profil. Bewahren Sie die Kündigungsbestätigung auf.

Website und App Store können unterschiedliche Verträge bedeuten

Wer eine Mitgliedschaft über den Apple App Store oder den Google Play Store abschliesst, muss sie häufig auch dort verwalten und kündigen. Ein über die Website gebuchter Vertrag wird dagegen direkt beim Anbieter beendet.

Prüfen Sie deshalb immer, mit welchem Vertragspartner Sie den Kauf abgeschlossen haben. Die blosse Deinstallation einer App beendet weder das Profil noch automatisch ein laufendes Abonnement.

Widerrufsrecht in der Schweiz

Kein allgemeines Widerrufsrecht bei Onlinekäufen

Anders als in der Europäischen Union gibt es in der Schweiz kein allgemeines gesetzliches Widerrufsrecht für Onlinekäufe. Ob Sie einen abgeschlossenen Vertrag widerrufen können, hängt deshalb häufig von den AGB des Anbieters und dem auf den Vertrag anwendbaren Recht ab.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO empfiehlt, die Bedingungen des jeweiligen Anbieters sorgfältig zu prüfen. Ein Anbieter kann freiwillig ein Widerrufsrecht einräumen. Bei internationalen Verträgen kann ausserdem ausländisches Recht eine Rolle spielen.

Besondere Regeln für Partnerschaftsvermittlungsverträge

Das Eidgenössische Büro für Konsumentenfragen weist darauf hin, dass besondere Widerrufsrechte unter anderem bei einem Auftrag zur Ehe- oder Partnerschaftsvermittlung bestehen können.

Die Artikel 406a bis 406e des Schweizerischen Obligationenrechts regeln entgeltliche Aufträge, bei denen Personen für eine Ehe oder feste Partnerschaft vermittelt werden. Für solche Verträge gelten besondere Formvorschriften und eine Frist von 14 Tagen.

Eine gewöhnliche Online-Dating-Plattform fällt jedoch nicht automatisch unter diese Bestimmungen. Entscheidend ist, welche Leistungen der Anbieter vertraglich schuldet und welches Recht gilt. Lesen Sie deshalb die AGB, die Widerrufsbelehrung und Ihre Bestellbestätigung sorgfältig.

Dieser Abschnitt bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

Romance Scam: Wenn die Partnersuche finanziell gefährlich wird

Die grössten finanziellen Schäden beim Online-Dating entstehen nicht zwingend durch Abonnements. Deutlich teurer kann es werden, wenn eine vermeintliche Bekanntschaft um Geld bittet.

Beim Romance Scam bauen Betrüger über Wochen oder Monate eine emotionale Beziehung auf. Danach berichten sie von einer Krankheit, einem Unfall, einer blockierten Reise oder einer anderen angeblichen Notlage. Häufig folgen immer neue Geldforderungen.

Die Schweizerische Kriminalprävention empfiehlt unter anderem:

  • niemals Geld oder Wertgegenstände zu senden
  • den Kontakt bei Geldforderungen sofort abzubrechen
  • das eigene Konto nicht für fremde Transaktionen zur Verfügung zu stellen
  • keine intimen Bilder zu verschicken
  • Beweise und Nachrichten zu sichern
  • bei einem Schaden Anzeige bei der Polizei zu erstatten
Petra Frömsdorf
Dating-Expertin · Autorin · Gründerin
Werden Sie misstrauisch, wenn jemand sehr schnell von Liebe spricht, persönliche Treffen oder Videoanrufe vermeidet und plötzlich finanzielle Hilfe benötigt. Ein seriöser Kontakt setzt Sie nicht unter Druck und verlangt kein Geld.

So sparen Sie bei der Partnersuche Geld

1. Mehrere Anbieter kostenlos vergleichen

Melden Sie sich bei zwei oder drei Plattformen kostenlos an. Prüfen Sie Bedienung, Profile und regionale Kontaktvorschläge. Buchen Sie anschliessend nur dort Premium, wo Sie tatsächlich interessante Menschen finden.

2. Gesamtpreis statt Monatspreis vergleichen

Der klein gedruckte Gesamtbetrag ist wichtiger als der prominent beworbene Monatspreis. Rechnen Sie nach, bevor Sie bestellen.

3. Eine realistische Laufzeit wählen

Wählen Sie nicht automatisch den Tarif mit dem niedrigsten Monatspreis. Entscheidend ist, wie lange Sie die Plattform voraussichtlich aktiv nutzen können.

4. Nicht mehrere Premium-Abos gleichzeitig abschliessen

Mehrere kostenpflichtige Mitgliedschaften erhöhen die Ausgaben und können schnell unübersichtlich werden. Konzentrieren Sie sich zunächst auf den Anbieter mit den besten regionalen Vorschlägen.

5. Kündigung frühzeitig vormerken

Speichern Sie Bestellbestätigung, Kündigungsfrist und Verlängerungspreis. Eine Erinnerung im Kalender kostet nichts und kann viel Geld sparen.

6. Sonderangebote kritisch prüfen

Rabatte können attraktiv sein. Lassen Sie sich aber nicht allein von einem Countdown oder einem hohen Prozentwert zum Abschluss drängen. Prüfen Sie auch beim Sonderangebot Laufzeit, Gesamtpreis und Verlängerung.

7. Erste Treffen bewusst einfach halten

Ein Kaffee oder Spaziergang ist nicht nur günstiger, sondern oft auch angenehmer als ein langes Abendessen. Wenn die Chemie stimmt, können Sie das nächste Treffen aufwendiger gestalten.

Wann lohnt sich eine Premium-Mitgliedschaft?

Premium kann sinnvoll sein, wenn:

  • Sie ernsthaft einen Partner suchen
  • in Ihrer Region genügend passende Mitglieder aktiv sind
  • Sie Nachrichten uneingeschränkt lesen und schreiben möchten
  • Sie regelmässig Zeit für die Partnersuche einplanen können
  • die Plattform zu Ihrem Alter und Beziehungswunsch passt

Eine kostenpflichtige Mitgliedschaft lohnt sich eher nicht, wenn:

  • kaum passende Profile in Ihrer Nähe angezeigt werden
  • Sie momentan wenig Zeit für Nachrichten und Treffen haben
  • Sie sich bei der Bedienung oder Zielgruppe nicht wohlfühlen
  • die Vertragsbedingungen unklar sind
  • Sie nur aus Neugier kurz in die Plattform schauen möchten

Der beste Anbieter ist nicht automatisch der günstigste oder bekannteste. Entscheidend ist, wo Sie passende Menschen treffen und die Funktionen tatsächlich nutzen.

Mein Fazit: Was kostet die Partnersuche wirklich?

Partnersuche kann kostenlos beginnen. Wer eine seriöse Partnerbörse vollständig nutzen möchte, sollte jedoch mit mehreren Hundert Franken für eine Premium-Mitgliedschaft rechnen.

In meiner Stichprobe lagen die Gesamtpreise der verfügbaren Sechsmonatstarife zwischen CHF 479.40 und CHF 599.40. Zusammen mit sechs einfachen Treffen ergibt sich für einen Zeitraum von sechs Monaten ein realistisches Beispielbudget von CHF 599.40 bis CHF 719.40. Wer zusätzlich Restaurants, Ausflüge oder andere Aktivitäten einplant, kann entsprechend mehr ausgeben.

Auch die Offline-Partnersuche ist nicht automatisch kostenlos. Regelmässige Veranstaltungen, Bar- oder Clubbesuche sowie Fahrt- und Taxikosten können sich über mehrere Monate summieren. Gleichzeitig erfordern sie Zeit, ohne dass vorher feststeht, ob dort überhaupt passende Singles anzutreffen sind.

Online-Partnerbörsen können die Suche durch Filter, Persönlichkeitstests und Matching-Verfahren zielgerichteter gestalten. Sie garantieren weder passende Kontakte noch eine Beziehung, ermöglichen aber eine Vorauswahl, bevor Zeit und Geld in ein persönliches Treffen investiert werden.

Deshalb entscheidet nicht allein der Preis darüber, ob sich eine Mitgliedschaft lohnt. Wichtiger sind passende Mitglieder in Ihrer Region, ehrliche Profile, gute Kontaktmöglichkeiten und faire Vertragsbedingungen.

Meine Empfehlung: Melden Sie sich zunächst bei zwei oder drei passenden Anbietern kostenlos an. Vervollständigen Sie Ihr Profil und vergleichen Sie die Kontaktvorschläge. Buchen Sie danach nur bei der Plattform Premium, bei der Sie sich wohlfühlen und interessante Menschen aus Ihrer Region finden.

So investieren Sie nicht möglichst wenig oder möglichst viel, sondern dort, wo Ihre persönlichen Chancen am besten sind.


Petra Frömsdorf
Petra Frömsdorf
Petra Frömsdorf ist Dating-Expertin, Autorin und Gründerin von top6partnersuche.ch. Mit "Herz sucht Anschluss - Online-Dating ab 50" (mvg-Verlag) begleitet sie Singles ab 50 auf dem Weg zur erfolgreichen Partnersuche im Internet. Seit Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit dem Thema "Online-Dating".